Karteikarten-Apps im Alltag: kleine Einheiten mit großer Wirkung
Karteikarten-Apps trainieren genau das, was Prüfungen verlangen: warum der Algorithmus wichtiger ist als die Optik und wie gute Karten aussehen.
Karteikarten gelten als Schülerwerkzeug. Dabei sind sie in der beruflichen Weiterbildung besonders wirksam, weil sie genau das trainieren, was Prüfungen verlangen: Abrufen unter Zeitdruck.
Karteikarten-Apps nehmen Ihnen die Terminplanung ab
Der eigentliche Vorteil der digitalen Variante ist nicht die Optik, sondern die automatische Steuerung der Wiederholungsabstände. Karten, die sitzen, erscheinen seltener, wackelige häufiger. Sie entscheiden nicht mehr selbst, was heute dran ist.
- Zehn bis fünfzehn Minuten am Tag genügen
- Eine Karte enthält genau eine Frage
- Eigene Karten schlagen fertige Sammlungen deutlich
- Skizzen und Bilder sind erlaubt und oft wirksamer als Text
Gute Karten schreiben ist die eigentliche Arbeit
Eine Karte mit fünf Aufzählungspunkten ist keine Karte, sondern ein Kapitel. Zerlegen Sie den Stoff so weit, dass jede Antwort in einen Satz passt. Beim Zerlegen lernen Sie bereits, was später abgefragt wird.
Wer die Karte nicht in einem Satz beantworten kann, hat den Inhalt noch nicht verstanden.
Der Stapel braucht Pflege
Nach einigen Wochen sammeln sich Karten, die immer wieder falsch beantwortet werden. Diese sind meist schlecht formuliert und nicht etwa zu schwer. Schreiben Sie sie um, statt sich mit ihnen zu quälen.
Praktisch ist die App vor allem in Randzeiten: in der Bahn, in der Warteschlange, in den zehn Minuten vor einer Besprechung. Wer die Sitzungen dort erledigt, hält den Abend für längere Einheiten frei. Wichtig bleibt die Regelmäßigkeit: Ein ausgelassener Tag lässt den Stapel wachsen, drei ausgelassene Tage machen ihn abschreckend. Wenn das passiert, hilft eine Obergrenze von zwanzig Karten pro Sitzung, bis der Rückstand abgebaut ist.
Fertige Sammlungen aus dem Netz taugen als Startpunkt, selten als Grundlage. Sie enthalten fremde Formulierungen und oft veraltete Angaben. Zwei Abende für den eigenen Stapel sind gut investiert, weil schon das Schreiben ein vollständiger Durchgang durch den Stoff ist.